Strategie

Dual-Sourcing-Strategie: Reduzierung von Lieferkettenrisiken

TL;DR: Die Abhängigkeit von einer einzelnen Fabrik ist das größte Lieferkettenrisiko. Dual Sourcing – die Zusammenarbeit mit mindestens 2 qualifizierten Lieferanten für kritische Produkte – mindert dieses Risiko. Beginnen Sie mit den 20% Ihrer meistverkauften Produkte (jene, deren Lieferunterbrechung die größten Schäden verursachen würde).

Warum Dual Sourcing wichtig ist

Risiken bei Einzelquellenbeschaffung, die Ihr Geschäft stören können:

Dual-Sourcing-Modelle

ModellFunktionsweiseGeeignet für
Active-Active (70/30)Aufteilung von Bestellungen auf zwei Fabriken (z. B. 70% beim Hauptlieferanten, 30% beim Zweitanbieter)Mengenstarke Produkte, kritische SKUs
Active-StandbyEin Hauptlieferant, der Zweitanbieter ist qualifiziert, wird aber nur im Ausfall des Hauptlieferanten eingesetztProdukte mit mittlerem Volumen, kostenempfindliche Projekte
Geografische DiversifizierungHauptlieferant in China, Zweitanbieter in Vietnam/IndienZollempfindliche Produkte, geopolitische Absicherung

Umsetzungsschritte

  1. Kritische Produkte identifizieren: Konzentrieren Sie sich auf die umsatzstärksten 20% der SKUs oder Produkte mit den längsten Lieferzeiten.
  2. Ersatzlieferanten qualifizieren: Fordern Sie Muster an, führen Sie QC-Prüfungen und Fabrikaudits durch – nach dem gleichen Verfahren wie bei Ihrem Hauptlieferanten.
  3. Spezifikationen abgleichen: Stellen Sie sicher, dass beide Fabriken identische Spezifikationen, Materialien und Qualitätsstandards verwenden. Teilen Sie Goldmuster mit beiden Seiten.
  4. Qualifizierungsbestellungen aufgeben: Führen Sie eine kleine Produktionscharge beim Ersatzlieferanten durch, um Qualität und Prozesse zu validieren.
  5. Wechselkriterien festlegen: Definieren Sie klare Regeln, wann Sie Bestellungen verlagern (z. B. 2 aufeinanderfolgende fehlgeschlagene QC-Prüfungen, >2 wöchige Lieferverzögerung).
  6. Beziehung pflegen: Geben Sie gelegentlich Bestellungen beim Ersatzlieferanten auf, um die Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten.

Kosten-Nutzen-Analyse

Dual Sourcing verursacht in der Regel 5–10% höhere Stückkosten (aufgrund kleinerer Bestellmengen pro Fabrik und Verwaltungsaufwand). Diese Absicherung lohnt sich aber, wenn Sie die Kosten einer Lieferunterbrechung berechnen: Umsatzverluste, Notfall-Luftfracht, Kundenabwanderung und Markenschäden durch Lagerengpässe können schnell das 10–50-fache der zusätzlichen Beschaffungskosten betragen.

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