Fertigung in China vs. Vietnam: Ein Sourcing-Vergleich für 2026
TL;DR: Vietnam bietet niedrigere Arbeitskosten für einfache Produkte, aber China bleibt unübertroffen bei komplexer Fertigung, Lieferkettentiefe und Geschwindigkeit. Die beste Strategie für 2026 ist oft ein hybrider China+Vietnam-Ansatz.
Die China+1-Realität im Jahr 2026
Die Erzählung von der „Verlagerung der Fertigung nach Vietnam“ kursiert bereits seit 2018. Sechs Jahre später ist die Realität nuanciert. Vietnam hat tatsächlich einen bedeutenden Marktanteil im Bereich Textilien, Schuhe und Montage einfacher Elektronik erobert. Aber für die meisten Produktkategorien – vor allem alles, was komplexe Elektronik, kundenspezifische Werkzeuge oder Lieferkettentiefe erfordert – bleibt China dominant.
Hier finden Sie einen datengesteuerten Vergleich, der Ihnen bei der Entscheidung hilft, wo Sie beziehen möchten.
Kostenvergleich
| Faktor | China | Vietnam |
|---|---|---|
| Durchschnittslohn Fabrikarbeiter*in | $600–$900/Monat | $300–$450/Monat |
| Lohn qualifizierter Ingenieur*in | $1.500–$3.000/Monat | $800–$1.500/Monat |
| Fabrikgemeinkosten | Höher (aber effizienter) | Niedriger (aber weniger automatisiert) |
| Rohmaterialkosten | Lokale Versorgung, wettbewerbsfähig | Oft aus China importiert |
| Werkzeug- und Formkosten | $2.000–$15.000 (ausgereifte Branche) | $3.000–$20.000 (weniger Wettbewerb) |
| Versand in die USA (Westküste) | 14–18 Tage Seefracht | 18–25 Tage Seefracht |
Vergleich der Fertigungskapazitäten
| Kapazität | China | Vietnam |
|---|---|---|
| Elektronikmontage | Ausgezeichnet | Im Wachstum |
| Kundenspezifische Werkzeuge & Formen | Weltklasse | Begrenzt |
| Textilien & Bekleidung | Ausgezeichnet | Ausgezeichnet |
| AI / IoT Hardware | Weltweit führend | Minimal |
| Lieferkettentiefe | Vollständiges Ökosystem | Hängt von Importen aus China ab |
| Prototypengeschwindigkeit | 1–3 Tage (Shenzhen) | 1–2 Wochen |
Wann Sie Vietnam wählen sollten
- Produkte mit einfacher Montage – Bekleidung, Schuhe, einfache Kunststoffwaren, bei denen die Arbeitskosten der wichtigste Kostenfaktor sind.
- Vermeidung von US-Zöllen – Produkte, bei denen chinesische Zölle (Abschnitt 301) die Einfuhrkosten erheblich beeinflussen.
- CPTPP-Märkte – wenn Sie an Mitgliedstaaten des CPTPP verkaufen, profitieren Waren aus Herkunft Vietnam von Präferenzzöllen.
- Niedrigtechnische Konsumgüter – Taschen, Möbelkomponenten, einfache Verpackungen.
Wann Sie bei China bleiben sollten
- Komplexe Elektronik – PCBAs, Sensoren, Displays, Batteriemanagementsysteme.
- Kundenspezifische Werkzeuge – Spritzgussformen, Druckgussteile, CNC-gefräste Teile, bei denen Präzision und Geschwindigkeit wichtig sind.
- AI and IoT hardware – Das Ökosystem von Shenzhen ist für AI-Geräte unersetzlich.
- Markteinführungsgeschwindigkeit – wenn Sie Prototypen in Tagen statt Wochen benötigen.
- Lieferkettentiefe – wenn Ihre Stückliste mehr als 50 Komponenten umfasst, ist die Lieferantendichte in China unübertroffen.
Der hybride Ansatz
Viele Marken verfolgen im Jahr 2026 eine China+Vietnam-Strategie: Entwicklung und Prototypenerstellung finden in China (Shenzhen) statt, dann wird die einfache Montage aus Kosten- und Zollvorteilen nach Vietnam verlagert, während komplexe Elektronik und Werkzeugbau in China verbleiben. Dies erfordert Koordination, bietet aber das Beste aus beiden Welten.
MING Sourcing kann Ihnen helfen, diese Strategie zu bewerten und umzusetzen – unser Team in Shenzhen verfügt über Erfahrung bei der Verwaltung länderübergreifender Lieferketten.
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